Seite 6 (von 6): << 1 2 3 4 5 6  
Ergebnisse je Seite: [10] [25] [50] [100]

06.04.2010 - Privatdetektive in der Presse

Schwarze Schafe mit dem gelben Schein

Wer blau macht, schädigt seinen Chef. Wer gleichzeitig schwarz arbeitet, schädigt auch den Staat. Detekteien haben sich darauf spezialisiert, den Betrug aufzudecken.

Vermutlich haben viele schon einmal daran gedacht, blau zu machen. Die meisten werden Skrupel haben. Doch es gibt Arbeitnehmer, die sehr emsig darin ist, Krankheiten vorzutäuschen und die begehrten „gelben Scheine“ zu erhaschen. So emsig, dass Detekteien davon leben.

Wie berichtet, wird nach einer Studie des Instituts für angewandte Wirtschaftsforschung in Deutschland so viel illegal gearbeitet wie nie zuvor: Der Anteil am Bruttoinlandsprodukt steige von 16 auf 16,5 Prozent in diesem Jahr. Wenn der mit Hexenschuss Krankgemeldete beim Nachbarn das Dach teert oder der krankgeschriebene Handwerker sein Gehalt durch Schwarzarbeit aufbessert, dann wehrt sich der Arbeitgeber. Nicht wenige Privatdetektive bieten Personalüberwachungen an. Ziel: „gerichtsverwertbare Enttarnung von Blaumachern“.

Karl G. Schäfer, Chef der „Detektei Astor“ erklärt sich das vor allem damit, dass Schwarzarbeit in handwerklichen Bereichen am ehesten möglich ist. Die Aufträge zur Überprüfung krankgeschriebener Arbeitnehmer machten 60 Prozent seines Umsatzes aus, sagt er. „In 80 Prozent der Fälle bestätigt sich der Verdacht unserer Klienten. Krankmeldungen nach nicht genehmigtem Urlaub und Ärger im Betrieb steigern die Vermutung, es mit einem Blaumacher zu tun zu haben.“ Für Entlarvte kann es teuer werden. Sie sind verpflichtet, die Detektivkosten zu erstatten. Hinzu können eine Abmahnung oder die Kündigung kommen sowie eventuell eine Betrugsanzeige.

Auch wenn es Blaumacher nach Ansicht der Detekteien in allen Branchen gibt – Handwerker scheinen besonderen Gefallen daran gefunden zu haben.

Die Detektei „Detective Astor“ observiert seit Jahren hartnäckig verdächtige Krankgeschriebene. Einmal verfolgten die Detektive, bewaffnet mit Videokamera und Fotoapparat, einen Busfahrer, der keineswegs krank war, sondern eine Reisegruppe von Aachen bis zur Cote d´Azur chauffierte.

Unternehmen, die Detektive beauftragen, vermelden nach Erfahrung der Detekteien beachtliches Erfolge: oft gehe die Krankheitsrate nach Bekanntwerden einer erfolgreichen Blaumacher-Überführung zurück, eine Präventivwirkung sei somit erzielt.


Quelle: WZ

Seite 6 (von 6): << 1 2 3 4 5 6  
Ergebnisse je Seite: [10] [25] [50] [100]